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Schaltschränke

BAUARTGEPRÜFTE SCHALTSCHRÄNKE

Niederspannungs-MCC-Schaltanlagen sind als bauartgeprüfte Einschub- oder Festfeldverteiler mit einer Nennspannung von 0,69 kV ausgelegt und vollständig gemäß den Normen SRPS IEC/EN 61439-1 und IEC/EN 61439-2 konstruiert.

Omega-System des Herstellers LOGSTRUP (Dänemark).

Das modulare MCC-System basiert auf 190-mm-Modulen in allen Richtungen, sodass die Abmessungen jedes Feldes ein ganzzahliges Vielfaches der Basismodulgröße darstellen.

Wesentliche technische Merkmale

  • 190-mm-Modularität: Die Grundlage des gesamten Systems bildet ein 190-mm-Modul in allen Richtungen (X-, Y- und Z-Achse). Die Abmessungen jedes Feldes entsprechen einem ganzzahligen Vielfachen dieser Basiseinheit.
  • Hohe elektrische Leistungsdaten: Ausgelegt für Nennspannungen bis 0,69 kV und Hauptsammelschienenströme bis 8500 A.
  • Einheitenkonfigurationen: Das Omega-System unterstützt feste, herausnehmbare (removable), Inline- sowie vollständig ausfahrbare (withdrawable) Kassettenmodule.
  • Freie Komponentenwahl: Das System ist markenneutral und ermöglicht den Einsatz von Niederspannungskomponenten und Leistungsschaltern führender Hersteller wie Siemens, Schneider Electric oder ABB.

Hauptvorteile im Betrieb

  • Minimale Stillstandszeiten (Downtime): Herausziehbare Kassetten ermöglichen einen schnellen Austausch oder eine Reparatur von Modulen, ohne die gesamte Anlage abzuschalten.
  • Umkonfiguration unter Spannung: Änderungen der Anordnung sowie der Austausch kleinerer Einheiten durch größere Module können durchgeführt werden, während der übrige Teil der Schaltanlage in Betrieb bleibt.
  • Hohe Packungsdichte: Es können bis zu 40 Einheiten (Mini-Kassetten) in einem vertikalen Feld untergebracht werden.
  • Kommunikationsfähigkeit: Das System unterstützt industrielle Kommunikationsprotokolle wie ProfiBus und DeviceNet zur Integration in SCADA-Systeme.
  • Maximale Sicherheit: Ausgestattet mit einem integrierten Schutz gegen interne Lichtbögen (Internal Arc Protection) zum Schutz von Personen und Anlagen.

Bauartgeprüfte Schaltanlagen xENERGY, MODUL 2000 und 4000

Bauartgeprüfte Niederspannungsschaltanlagen xEnergy, entwickelt vom weltweit führenden Energiemanagement-Unternehmen Eaton, stellen ein modulares System für die Hauptstromverteilung und Motorsteuerung (MCC) dar. Sie sind für anspruchsvolle industrielle und gewerbliche Anwendungen konzipiert.

Der Begriff „bauartgeprüft“ (Design-Verifikation) bedeutet, dass die komplette Schaltanlage umfangreiche Werksprüfungen durchlaufen hat und vollständig den internationalen Sicherheits- und technischen Standards IEC/EN 61439-1 und IEC/EN 61439-2 entspricht.

Wesentliche technische Merkmale

  • Nennstrom: Das System unterstützt Ströme bis zu 6300 A, abhängig von der jeweiligen Baureihe.
  • Modularität: Die flexible Struktur ermöglicht einfache Erweiterungen, Kombinationen und Anpassungen der Felder entsprechend den Anforderungen des Projekts.
  • Hohe Sicherheit: Die interne Trennung (Form der Separation) ist bis zur Form 4b möglich und gewährleistet maximalen Schutz des Bedienpersonals vor dem Kontakt mit spannungsführenden Teilen.
  • Schutz gegen interne Lichtbögen: Die Anlagen sind gemäß IEC/TR 61641 geprüft und bieten passive sowie aktive Schutzmaßnahmen gegen die Auswirkungen von Lichtbogenfehlern.

MODUL 2000–4000

MODUL 2000–4000 (häufig als Modul 4000 TT bezeichnet) ist eine bauartgeprüfte Niederspannungs-Schaltanlage von Schrack Technik. Sie wurde für Industrieanlagen, Gewerbe- und Wohngebäude sowie Krankenhäuser entwickelt, bei denen Nennströme bis zu 5000 A erforderlich sind.

Bauartprüfung: Die Anlage ist vollständig geprüft und entspricht den Anforderungen der Norm IEC/EN 61439-1.

Modularität: Das symmetrische und standardisierte Design ermöglicht eine einfache Montage, verkürzt die Installationszeit und reduziert die Anzahl der benötigten Sammelschienen.

Hoher Schutzgrad: Die interne Trennung bis zur Form 4 gewährleistet einen hohen Bedienerschutz sowie eine zuverlässige Funktion und Sicherheit der Anlage.

ELEKTROVERTEILER FÜR ALLGEMEINVERBRAUCH

Elektroverteiler für den Allgemeinverbrauch (RO-OP) dienen der sicheren Verteilung, Messung und Steuerung elektrischer Energie in Wohngebäuden, Gewerbeobjekten und Industrieanlagen. Sie stellen die zentrale Stelle dar, von der aus die Stromversorgung zu einzelnen Verbrauchern wie Beleuchtung, Steckdosen, Heizungs- und Klimaanlagen verteilt wird.

Hauptfunktionen

  • Energieverteilung: Aufnahme des Hauptversorgungskabels und Aufteilung der Energie auf einzelne Stromkreise.
  • Anlagenschutz: Leitungsschutzschalter verhindern Überlastungen und Kurzschlüsse.
  • Personenschutz: FI-Schutzschalter (RCD) schützen vor elektrischem Schlag und überwachen Fehlerströme.
  • Verbrauchssteuerung: Integration von Zeitschaltuhren, Schützen und Relais zur Automatisierung elektrischer Verbraucher.

Konstruktion und Materialien

  • Metallschränke: Hergestellt aus gebeiztem oder kaltgewalztem Stahlblech und durch Pulverbeschichtung geschützt.
  • Polyesterschränke: Beständig gegen UV-Strahlung, Korrosion und Witterungseinflüsse, ideal für Außeninstallationen.
  • Kunststoffschränke: Vorwiegend für Innenbereiche mit einer geringeren Anzahl modularer Geräte eingesetzt.
  • Schutzart: Üblicherweise von IP40 (für trockene Innenräume) bis IP65 (für feuchte und Außenbereiche).

Typische Ausstattung im Schaltschrank

  1. Hauptschalter: Ermöglicht die Unterbrechung der Stromversorgung des gesamten Gebäudes oder einzelner Anlagenteile.
  2. Sammelschienen: Kupferschienen zur Übertragung der Hauptphasen, Neutralleiter- und Erdungsleitungen.
  3. Modulare Komponenten: Leitungsschutzschalter, Überspannungsableiter und Kontrollleuchten.
  4. Kabeleinführungen: Gewährleisten eine sichere Abdichtung an den Stellen, an denen Kabel in das Gehäuse eingeführt werden.

ELEKTROSCHALTSCHRÄNKE FÜR AUTOMATISIERUNG UND ELEKTROMOTORISCHE ANTRIEBE

Elektroschaltschränke für die automatische Steuerung sind zentrale Systeme zur Überwachung, Regelung und Steuerung von Industriemaschinen, Anlagen oder Gebäudesystemen. Diese Schaltschränke integrieren SPS-Steuerungen (speicherprogrammierbare Steuerungen), Frequenzumrichter, Schaltgeräte und Messinstrumente und ermöglichen einen vollständig automatisierten Betrieb der Systeme.

Typen und Anwendungen

  • Industrieautomation: Steuerung von Produktionslinien und Maschinen.
  • Klima- und Lüftungstechnik (HLK/HVAC): Automatisierung von Heizungs-, Lüftungs- und Kühlsystemen.
  • Prozessindustrie: Steuerung von Pumpen, Ventilen und Dosiersystemen.
  • Generatoranlagen: Schaltschränke mit ATS-Modulen für Dieselaggregate und automatische Umschaltung der Stromversorgung.

Komponenten und Ausstattung

  • SPS-Steuerungen (PLC): Häufig eingesetzte Marken sind Siemens, Schneider Electric und Johnson Controls für komplexe Steuerungsaufgaben.
  • Relais und Schütze: Für galvanische Trennung und das Schalten von Leistungskreisen.
  • Frequenzumrichter: Für eine präzise Drehzahlregelung von Elektromotoren.
  • Kommunikationsmodule: Ermöglichen die Fernüberwachung über SCADA-Systeme und die Integration in übergeordnete Automatisierungssysteme.

ELEKTROSCHALTSCHRÄNKE ZUR KOMPENSATION ELEKTRISCHER ENERGIE

Elektroschaltschränke zur Blindleistungskompensation dienen der automatischen Regelung der Phasenverschiebung zwischen Spannung und Strom. Durch die Installation dieser Schränke werden Netzverluste reduziert, die Spannung stabilisiert und hohe finanzielle Strafzahlungen vermieden, die Energieversorger für einen übermäßigen Verbrauch von Blindleistung berechnen.

Hauptkomponenten des Schaltschrankes

  • Kondensatorbatterien: Hauptquelle zur Bereitstellung der Blindleistungskompensation.
  • Regler (Relais): Die zentrale Steuereinheit des Systems, die den aktuellen Zustand misst und die Kondensatorstufen je nach Bedarf ein- oder ausschaltet.
  • Kondensatorschütze / Thyristoren: Elektrische Schaltelemente zur Steuerung der Kondensatorbatterien. Thyristor-Schalter (dynamische Schaltungen) werden bei schnell wechselnden Lastzyklen eingesetzt.
  • Sicherungen und Schutzgeräte: Schutz vor Kurzschlüssen, Überlastungen und Überspannungen.

Arten von Kompensationssystemen

  1. Einzelkompensation: Direkter Anschluss an einzelne Motoren oder große elektrische Verbraucher.
  2. Gruppenkompensation: Kompensation einer gesamten Gruppe von Maschinen oder einer kleineren Produktionsanlage.
  3. Zentrale Kompensation: Die häufigste Lösung, bei der der Schaltschrank in der Hauptverteilung installiert wird und den gesamten Blindleistungsverbrauch der Anlage regelt.

PRÜFUNG VON ELEKTROSCHALTSCHRÄNKEN

Die Prüfung von Elektroschaltschränken ist eine gesetzliche und technische Verpflichtung, die die Sicherheit von Gebäuden gewährleistet, Brandrisiken verhindert und die Stabilität des elektrischen Netzes sicherstellt. Die Inspektion und Prüfung werden von qualifizierten Fachkräften und spezialisierten Unternehmen mit kalibrierten Messgeräten gemäß den geltenden technischen Vorschriften und Normen (wie SRPS HD 60364) durchgeführt.

Die Prüfung von Elektroschaltschränken umfasst folgende Arbeiten:

1. Sichtprüfung (Inspektion)

Vor jeder elektrischen Messung wird eine detaillierte Sichtprüfung des Schaltschrankes durchgeführt:

  • Identifikation und Dokumentation: Prüfung von Stromlaufplänen, Kennzeichnungen der Geräte und Leiter.
  • Mechanischer Zustand: Kontrolle des Gehäuses, der Schutzart (IP-Schutz gegen Feuchtigkeit und Staub) sowie der Schaltschranktüren.
  • Auswahl der Komponenten: Überprüfung, ob installierte Elemente (Sicherungen, Schalter, Leiter) der Belastung und dem vorgesehenen Einsatz entsprechen.
  • Qualität der Verbindungen: Sichtprüfung der Verschraubungen und Kontaktstellen an den Sammelschienen.

2. Elektrische Messungen und Prüfungen

Diese Phase umfasst präzise Messungen mit geeigneten Prüfgeräten an spannungsfreien oder unter Spannung stehenden Anlagen:

  • Durchgangsprüfung des Schutzleiters: Nachweis einer sicheren Verbindung zwischen berührbaren metallischen Teilen des Schaltschranks und dem Erdungssystem.
  • Messung des Isolationswiderstandes: Prüfung der Isolation zwischen aktiven Leitern und Erde zur Erkennung von Kabelbeschädigungen oder Isolationsfehlern.
  • Prüfung von Schutzgeräten (RCD/FI-Schutzschalter): Kontrolle der Auslösezeit und des Auslösestroms zum Schutz von Personen vor elektrischem Schlag.
  • Messung der Fehlerschleifenimpedanz: Überprüfung, ob Schutzgeräte im Kurzschlussfall schnell genug abschalten.
  • Messung von Ableitströmen: Erkennung unerwünschter Ströme, die gegen Erde abfließen.

3. Thermografische Prüfung (Wärmebildanalyse)

Die Thermografie ist eine moderne und äußerst effektive Diagnosemethode, die durchgeführt wird, während der Schaltschrank unter Last steht:

  • Erkennung von Hotspots: Infrarotkameras erkennen lose Verbindungen, überlastete Sicherungen und überhitzte Kabel.
  • Brandprävention: Viele elektrische Brände entstehen durch fehlerhafte Kontakte innerhalb von Schaltschränken, die durch Thermografie frühzeitig erkannt werden können.

4. Funktionsprüfung

  • Prüfung der Funktion automatischer Systeme sowie von SPS-/DCS-Steuerungen (falls in Steuerungsschränken installiert).
  • Kontrolle von Signalisierungen, Kontrollleuchten, Not-Aus-Tastern und sekundären Steuerstromkreisen.

5. Prüfergebnis: Fachbericht (Prüfprotokoll / Zertifikat)

Nach Abschluss der Prüfung stellt die autorisierte Person oder das Fachunternehmen ein Prüfprotokoll (Fachbericht / Zertifikat) aus.

Dieses Dokument enthält:

  1. Angaben zum Objekt und zum geprüften Elektroschaltschrank.
  2. Tabellen mit den erfassten Messwerten und zulässigen Grenzwerten.
  3. Eine Schlussbewertung, ob der Elektroschaltschrank die vorgeschriebenen Sicherheitsanforderungen ERFÜLLT.
  4. Den Termin für die nächste wiederkehrende Prüfung.